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Falsche Polizisten bringen Senioren um ihr Geld

Verantwortlicher Autor: Michael Hofmann Frankfurt am Main, 29.12.2025, 20:57 Uhr
Presse-Ressort von: Michael Hofmann Bericht 3693x gelesen
Übergabe von Geld und Wertgegenständen an Betrüger
Übergabe von Geld und Wertgegenständen an Betrüger  Bild: ChatGPT

Frankfurt am Main [ENA] Betrugsfälle durch sogenannte „falsche Polizisten“ nehmen bundesweit weiter zu. Besonders ältere Menschen geraten ins Visier der Täter, die sich am Telefon als Polizeibeamte ausgeben. Mit erfundenen Geschichten bringen sie ihre Opfer dazu, teils hohe Geld- und Vermögenswerte zu übergeben.

Ein aktueller Fall ereignete sich Anfang Dezember in Wiesbaden: Die Polizei nahm einen 22-jährigen Mann fest, der zuvor mehr als 240.000 Euro von einer Seniorin erbeutet haben soll. Der Tatverdächtige wurde gefasst, als er mit einer Tüte voller Bargeld die Wohnung der Frau verließ. Am Telefon hatte er sich als Polizist ausgegeben. Nur durch einen Hinweis einer anderen Polizeibehörde konnten die Wiesbadener Beamten rechtzeitig eingreifen – kurz nach der Übergabe klickten die Handschellen.

Schaden kann extrem hoch sein

Die Höhe der Schäden kann aber noch deutlich größer sein. In Hamburg gaben Betrüger sich als Ermittler aus und brachten einen 70-jährigen Rentner dazu, ihnen Goldbarren im Wert von mehr als 1,1 Million Euro zu übergeben – eines der bislang größten bekannten Opfer in Deutschland. Die Täter bauten am Telefon und vor Ort massiv Druck auf, bis das Opfer die Wertsachen übergab. Erst später alarmierte es selbst die Polizei, konnte aber nicht mehr verhindern, dass das Vermögen übergeben wurde.

Anklage gegen Täter

Solche Erfolge wie in Wiesbaden bleiben allerdings die Ausnahme. Hinter den Taten stecken häufig organisierte Banden, die arbeitsteilig und international agieren. So begann im September am Landgericht Freiburg der Prozess gegen zwei mutmaßliche Betrüger im Alter von 23 und 32 Jahren. Sie sollen Rentnerinnen und Rentner im Raum Freiburg und München mit der falsche-Polizisten-Masche um mehr als 500.000 Euro gebracht haben. Die Angeklagten galten als verlängerter Arm einer internationalen Bande und bestritten die Vorwürfe zum Prozessauftakt nicht.

Aufmerksamkeit hilft

Dass Aufmerksamkeit und gesunder Menschenverstand helfen können, zeigt ein Fall aus Landshut: Ein 84-jähriger Mann erhielt einen Anruf von einem Betrüger, der sich als sein Enkel ausgab und dringend Geld benötigte. Doch der Senior wurde sofort misstrauisch – der Anrufer sprach ausschließlich Hochdeutsch. „Des is ned mei Bua“, soll der Mann gedacht haben, denn seine Enkel würden grundsätzlich bairisch sprechen. Er legte umgehend auf und meldete den Vorfall der Polizei. Schaden entstand keiner.

Die Polizei warnt eindringlich vor dieser Betrugsform und betont erneut: Echte Polizeibeamte holen niemals Bargeld oder Wertsachen bei Bürgerinnen und Bürgern ab. Wer am Telefon zu Geldübergaben aufgefordert wird, sollte sofort auflegen und im Zweifel selbst die 110 wählen. Angehörige werden gebeten, insbesondere ältere Familienmitglieder regelmäßig über diese Masche zu informieren, um weiteren Schaden zu verhindern.

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