Samstag, 10.10.2026 01:19 Uhr

Sprachenlernen: Der Mensch ist wieder gefragt

Verantwortlicher Autor: Michael Hofmann Wiesbaden, 09.10.2026, 12:50 Uhr
Presse-Ressort von: Michael Hofmann Bericht 665x gelesen
Vom Alleinlernen zum Lernerfolg
Vom Alleinlernen zum Lernerfolg  Bild: ChatGPT (KI generiert)

Wiesbaden [ENA] Sprachlern-Apps versprechen schnelle Erfolge und maximale Flexibilität. Doch bei inlingua Wiesbaden berichten zunehmend Lernende von enttäuschenden Erfahrungen. Nach Monaten des digitalen Lernens suchen sie wieder den persönlichen Kontakt zu einem qualifizierten Sprachtrainer.

Die Erfahrungen ähneln sich: Über Monate, manchmal sogar über ein Jahr, haben die Betroffenen mit einer Sprachlern-App geübt. Einige Vokabeln sind durchaus hängen geblieben, doch sobald es darum geht, ein richtiges Gespräch zu führen, stoßen viele an ihre Grenzen. Die Enttäuschung ist entsprechend groß. Schließlich haben sie viel Zeit investiert, ohne das erhoffte Ziel zu erreichen: sich in einer fremden Sprache verständigen zu können.

Wenn die anfängliche Begeisterung nachlässt

Hinzu kommt ein weiteres Problem, von dem Lernende immer wieder berichten: die fehlende Verbindlichkeit. Anfangs macht das Lernen mit der App Spaß, die Motivation ist groß und täglich wird fleißig geübt. Doch irgendwann lässt die Begeisterung nach. Aus täglichen Übungen werden gelegentliche Trainingseinheiten, bis die App schließlich immer seltener geöffnet wird. Einen selbst gesetzten Lerntermin abzusagen, fällt schließlich leicht. Niemand wartet, niemand fragt nach und niemand vermisst den Lernenden.

Ein Trainer wartet – und das macht den Unterschied

Genau hier liegt eine wesentliche Stärke des persönlichen Sprachunterrichts. Wer einen festen Termin mit einem Trainer vereinbart hat, nimmt diesen in der Regel auch wahr. Die Verbindlichkeit hilft, den berühmten inneren Schweinehund zu überwinden. Dabei spielt es keine entscheidende Rolle, ob der Unterricht im Klassenzimmer oder live über eine Videoplattform stattfindet. Wichtig ist der Mensch auf der anderen Seite, der motiviert, korrigiert, auf individuelle Schwierigkeiten eingeht und vor allem echte Gespräche ermöglicht.

Digitale Helfer statt digitaler Ersatz

Dass Sprachlern-Apps durchaus sinnvoll sein können, steht außer Frage. Sie eignen sich beispielsweise zum Wiederholen von Vokabeln oder zum ergänzenden Üben. Auch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass digitale Anwendungen den Spracherwerb unterstützen können. Doch selbst der British Council setzt bei seinen KI-gestützten Lernangeboten auf eine Ergänzung des Unterrichts mit menschlichen Lehrkräften, nicht auf deren vollständigen Ersatz.

Eine Rückkehr zum menschlichen Miteinander?

Ob die Erfahrungen aus Wiesbaden bereits auf eine bundesweite Entwicklung schließen lassen, ist bislang nicht belegt. Sie zeigen jedoch, dass zumindest ein Teil der Lernenden nach längeren Erfahrungen mit Apps wieder den Wert eines persönlichen Sprachtrainings entdeckt. Denn eine Sprache lernt man nicht nur durch das Antippen der richtigen Antwort. Man lernt sie vor allem, indem man sie spricht – mit einem Menschen, der zuhört, reagiert und im richtigen Moment auch einmal motivierend nachhilft.

Für den Artikel ist der Verfasser verantwortlich, dem auch das Urheberrecht obliegt. Redaktionelle Inhalte von European-News-Agency können auf anderen Webseiten zitiert werden, wenn das Zitat maximal 5% des Gesamt-Textes ausmacht, als solches gekennzeichnet ist und die Quelle benannt (verlinkt) wird.
Zurück zur Übersicht
Photos und Events Photos und Events Photos und Events
Info.